Der konstruktive Journalismus kommt nach Wuppertal: Perspective Daily on Tour am 3. Februar

Der konstruktive Journalismus kommt nach Wuppertal: Perspective Daily on Tour am 3. Februar

Der konstruktive Journalismus kommt nach Wuppertal: Perspective Daily on Tour am 3. Februar

Konstruktiver Journalismus

Konstruktiver Journalismus. Ein neuer Trend, der weg geht von Medien die mit negativen Schlagzeilen arbeiten, die positive Entwicklungen und Lösungen von gesellschaftlicher Problemen vernachlässigen. Journalismus mit Kontext soll das sein, der Entwicklungen einordnet, nicht nur mit Einzelinformationen und hektischen “Eilmeldungen” erschlägt.
Man kann das einen neuen Trend nennen. Oder einfach Journalismus, wie er sein soll und von guten Journalisten schon immer praktiziert wird. Wenn sie denn die Zeit dafür haben. Die Norm ist er in der beschleunigten Medienwelt nicht. Hier zählen Geschwindigkeit und Klickzahlen, denn das brauchen die Werbekunden.
Entsprechend vielversprechend klingt das Projekt „Perspective Daily„, ein neues Mediums, dass am 3. Februar auch am Wuppertal Institut vorgestellt wird und für seine Crowdfunding Kampagne wirbt. Wissenschaftler, Politiker, Schauspieler und Künstler sind schon an Bord, Schulze und Böhmermann haben mit Katrin Göring-Eckardt und anderen Promis darüber diskutiert.

 

Perspective Daily

  • veröffentlicht nur einen hochwertigen Artikel pro Tag auf seiner Website.
  • wird von Mitgliedern finanziert, ist also werbefrei und unabhängig.
  • berichtet konstruktiv, über Probleme also immer auch mit Ansätzen zu ihrer Lösung, stellt Einzelnachrichten in ihren Kontext.
  • wird von einem Team aus Wissenschaftlern getragen, und arbeitet eng mit wissenschaftlichen Instituten zusammen.
  • will die Beiträge und das Wissen seiner Mitglieder/Abonnenten nutzen und ins Gespräch kommen (ganz anders als die meist unsäglichen Foren der großen Nachrichtenseiten).

Bedeutung für die (Wuppertaler) Transformation

Was bedeutet ein neuer Zugang zu Journalismus für die Themen dieses Blogs? Für die Transformation, in Wuppertal und darüber hinaus? Ist er vielleicht sogar eine notwenige Bedingung, wenn der Weg zu einem anderen Wohlstand beschritten werden soll?

Generell ist klar: Es bringt wenig, immer wieder und wieder darüber zu berichten, dass der Klimawandel weiter voranschreitet und eine Vorhersage der Klimawissenschaft nach der nächsten eintritt. Das ist richtig, aber hinreichend bekannt und oft lähmend angesichts der Größe der Herausforderungen. Es geht also um Lösungen, aber um Lösungen im Kontext, nicht die schnellen Einzellösungen die auch in einen schnell geschriebenen Artikel passen: Atomkraft, Elektroautos, Energiesparlampen. Diese Einzellösungen haben unerwartete Effekte (Rebound!) und es glaubt ja keiner ernsthaft, dass man mit Licht ausschalten und kalt duschen (wichtige Beiträge!) das Problem lösen könnte. Die Lösungen gehen tiefer, in die Funktionsweise unserer Wirtschaft und Gesellschaft, in das Zusammenspiel vieler Akteure, zwischen Politik, Unternehmen, Verbrauchern.

Vielerorts werden solche integrativen Lösungsansätze entwickelt, auch hier am TransZent, an der Bergischen Universität, am Wuppertal Institut. Sie lassen sich eben nicht in einem kurzen Einzelartikel darstellen, gleichzeitig sind lange Forschungsberichte wenig leserfreundlich. Wenn ein Medium wie Perspective Daily es schafft, hier Brücken zu bauen, die Lösungsansätze, die vielerorts entwickelt werden, ansprechend aufzubereiten und einem breiteren Publikum näher zu bringen, dann kann das mehr Wirkung entfalten als manch ein großes Forschungsprojekt.

Wuppertal

Was ist mit Wuppertal? Was bedeutet ein anderer Blick für diese Stadt, strukturschwach, mit nicht dem besten Ruf, aber mitten in einem vielversprechenden Transformationsprozess? In den nationalen Medien ist Wuppertal meist die Pleitestadt, die schrumpfende Stadt, mit den vielfältigen Problemen. Es gab manche Lichtblicke in den letzten Monaten mit überregionaler Beachtung für die positive Dynamik Wuppertals. Aber immer noch wird man in ganz Deutschland auf die “Scharia Polizei” angesprochen –  ein einmaliger Publicity Stunt, faktisch bedeutungslos für Wuppertal – aber in der aufgeheizten Atmosphäre eine hervorragende Schlagzeile für Medien, die Besucher locken müssen. Über viele Beispiele erfolgreicher Integration in Wuppertal, über die Unterbringung von Flüchtlingen in Wohnungen (die auch aufgrund der langen Krise günstig verfügbar sind), oder die Gegenbewegung gegen sowohl Hooligans als auch Salafisten wird viel weniger berichtet. Eine bemerkenswerte Ausnahme: Das Wall Street Journal.

 

Eine kurze Suche nach “Wuppertal” bei den großen online Medien ergibt folgendes:


Negative Berichterstattung über Wuppertal auf Spiegel Online:

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(Nur Wuppertal spricht von Krise)
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Gemischte Berichterstattung über Wuppertal bei Zeit Online:

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Konstruktiver Journalismus könnte nicht nur das schiefe Bild von Wuppertal gerade rücken, sondern auch Wuppertal als Beispiel für innovative Lösungen nutzen. Die hier bestehenden Freiräume erlauben viele Experimente, engagierte Bürger und Unternehmen sind es gewöhnt, Teil der Lösungen zu sein, die Wissenschaft bringt sich zunehmend in der Stadt ein. Konstruktiven Journalismus hat, wenn auch nicht unter diesem Schlagwort, auch die talwaerts Wochenzeitung schon betrieben und dabei Lösungen nicht nur aufgezeigt, sondern sogar ihrer Leser zur Mitarbeit motiviert. Wuppertal kann also nur gewinnen, wenn gerade Online-Journalismus konstruktiver wird, in Zusammenhängen berichtet und die Mißstände nicht nur beschreibt, sondern bei der Suche nach Lösungen mitarbeitet.
Wer Teil dieses spannenden Experiments mit neuem Journalismus sein will kann für 42 Euro Mitglied werden und sich am 3. Februar am Wuppertal Institut einen ersten Eindruck verschaffen. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts, Rosa Strube vom Collaborating Center for Sustainable Consumption and Production, die Redaktion der Wuppertaler talwaerts Wochenzeitung und die Gründer des Perspective Daily werden sich mit Ihnen über die Potentiale des konstruktiven Journalismus für Wuppertal und für die Große Transformation unterhalten.

Hier geht’s zur Anmeldung.


Hier zum Crowdfunding.


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