Transformation auf dem Teller

Transformation auf dem Teller

Transformation auf dem Teller

Im Klimaquartier Arrenberg hat sich eine Projektgruppe formiert, die sich mit Nachhaltigkeitsfragen rund um’s Thema Essen beschäftigt. Die Gruppe „Essbarer Arrenberg“ macht sich Gedanken dazu, wie Landwirtschaft und Ernährung am Arrenberg nachhaltiger gestaltet werden können.

Damit greift der Arrenberg eine aktuelle und wichtige Diskussion auf. Denn längst ist klar, dass die Ernährungswende (auch) in der Stadt gedacht und vorangebracht werden muss.
Die Umweltauswirkungen, die von der heutigen Landwirtschaft ausgehen, sind immens. Sie belastet Ökosysteme und reduziert die Biodiversität. Oberflächen- und Grundwasser werden verschmutzt und Böden ausgelaugt.
Hinzu kommen weite Transporte der Produkte, welche weitere Energie verbrauchen und Emissionen verursachen.

Die Gruppe „Essbarer Arrenberg“ setzt seit diesem Jahr die ersten Ideen um. So hat sich seit April eine erfolgreiche Foodsharinggruppe gefunden, die jeden Donnerstag Lebensmittel aus Geschäften abholt, die sonst im Müll landen würden. Jeden Donnerstag können diese geretteten Lebensmittel ab 16.30 Uhr im Stadtteilbüro Arrenberg von allen abgeholt werden.

Eine mittlerweile gut etablierte Veranstaltung ist der Restaurant Day. Am 21.11.2015 ist es wieder soweit. BewohnerInnen des Arrenbergs machen einen Tag ihr Wohnzimmer zum Restaurant und bieten kulinarische Leckerbissen auf Spendenbasis an. Das Ergebnis ist immer ein buntes Programm und eine Nachbarschaft, die sich besser kennenlernt.

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Grafik: Aufbruch am Arrenberg. Einladung zum Restaurant Day am Arrenberg

Urbanes Gärtnern ist ein weiterer wichtiger Baustein, wenn es darum geht, die Stadt der Landwirtschaft näherzubringen. Obst- und Gemüsepflanzen sind so wieder häufiger zu sehen und schaffen ein stärkeres Bewusstsein dafür, wo unser Essen herkommt. Bereits dieses Jahr wurden am Arrenberg gemeinsam mit Schulkindern öffentliche Blumenkübel und Baumscheiben bepflanzt. Schon jetzt entstehen die ersten Ideen, wie dies im kommenden Jahr weiter ausgebaut werden kann.

Doch damit nicht genug – der „Essbare Arrenberg“ ist gerade dabei, urbane und suburbane Produktionskonzepte zu entwickeln und zu überlegen, wie und wo lokal organisierte und betriebene Landwirtschaft für den Arrenberg funktionieren kann.

Zu nennen wären da Möglichkeiten, Obst und Gemüse von LandwirtInnen aus dem Umland zu beziehen. Die Idee einer Solidarischen Landwirtschaft ist im Gespräch: eine Verbauchergemeinschaft schließt sich zusammen und trägt die Kosten eines landwirtschaftlichen Betriebs. Im Gegenzug erhält die Gruppe den Ernteertrag. Alle Beteiligten – die LandwirtInnen und die KonsumentInnen – wachsen zu einer Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft heran und ermöglichen kleinteilige, nicht-industrielle und marktunabhängige Landwirtschaft.
Aber auch innerstädtische Potenziale werden ins Visier genommen und es wird geschaut, wo landwirtschaftliche Nutzflächen innerhalb des Klimaquartiers etabliert werden können.

Es bleibt spannend beim „Essbaren Arrenberg“ – gilt es doch viele Bausteine zusammenzufügen, die zu einer Transformation im Ernährungssystem führen. Und nicht zuletzt steigern die Aktivitäten des „Essbaren Arrenbergs“ vielleicht das Wohlbefinden der Menschen und die Lebensqualität im Klimaquartier. Diesen Fragen und Zusammenhängen widmet sich das Projekt Wohlstands-Transformation Wuppertal in verschiedenen Quartieren.

Autorin: Janina Westerkowski

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