Projektteam Arbeit und Wohlstand im Masterseminar in Oberbarmen – Die Ergebnisse

Projektteam Arbeit und Wohlstand im Masterseminar in Oberbarmen – Die Ergebnisse

Projektteam Arbeit und Wohlstand im Masterseminar in Oberbarmen – Die Ergebnisse

Es ist vollbracht, die Forschungsgruppe „Arbeit in der Gemeinschaft“-Gruppe des Masterseminars „Wohlstandswandel in Oberbarmen“ hat ihre Seminararbeit unter dem Titel „Beschäftigung und Wohlstand – Wie wirkt sich Beschäftigung auf das subjektive Wohlbefinden aus?“ abgeschlossen. Wie schon im vorhergehenden Blog Beitrag „Arbeit und Wohlstand in Wuppertal“ erwähnt, beschäftigte sich die Forschungsgruppe mit der Frage wie sich Arbeit auf das eigene Glücksempfinden auswirkt. Hier werden nun die Vorgehensweise und die Ergebnisse des Seminars dargestellt.

Schritt 1: Experteninterviews

Im ersten Schritt führte die Forschungsgruppe Gespräche mit Experten aus dem Jobcenter und mit den Leitern verschieden Workfare Maßnahmen in Wuppertal. Durch die Experteninterviews erhielt die Forschungsgruppe ein übergeordnetes Bild der aktuellen Situation in Oberbarmen. Die Experten vertraten die Meinung, dass zwischen Arbeit und subjektivem Wohlbefinden eine starke Korrelation bestehe. Ihre Begründung lag darin, dass die Arbeit in der Workfare Maßnahme verschiedene positive Effekte begünstige, welche letztendlich zu einem Anstieg des subjektiven Wohlbefindens der Teilnehmer führen. Nachfolgende Grafik verdeutlicht diese positiven Effekte:

Unbenannt

So erfahren die Teilnehmer laut der Experten einer Steigerung des Selbstwertgefühls aufgrund der Wertschätzung durch die von ihnen ausgeübte sinnvolle Tätigkeit. Zudem wirke sich der durch die Arbeitszeiten geregelte Tagesablauf positiv auf das Wohlbefinden aus. Ebenso haben die geregelten Tagesstrukturen eine präventive Wirkung auf Gewaltdelikte oder Drogenmissbräuche. Neben der Arbeit an sich spiele auch die Möglichkeit neue soziale Kompetenzen zu erlangen und zu verbessern eine große Rolle innerhalb der Workfare Maßnahme. Außerdem freuen sich viele Teilnehmer über die neuen Kontakte die sie bei der Arbeit knüpfen können. Damit begünstigt das Arbeitsumfeld eine Wiedereingliederung in die Gesellschaft.

Schritt 2: Interviews mit Teilnehmern der Workfare Maßnahmen

Im zweiten Schritt führte die Forschungsgruppe einzelne narrative Interviews mit den Teilnehmern der Workfare Maßnahmen. Ziel der Interviews war zu eruieren, inwiefern die Einschätzungen seitens der Experten zutreffend sind. Zudem wurde durch die Gespräche mit Einzelpersonen über ihre individuelle Situation und ihre persönlichen Umstände ein genaueres Bild von der Zielgruppe der Workfare Maßnahmen gewonnen. Die Gespräche lieferten viele interessante Einblicke und die Forschungsgruppe war von der Offenheit und Ehrlichkeit der Teilnehmer angenehm überrascht. Letztendlich konnte die angenommene These, dass sich Arbeit positiv auf das subjektive Wohlbefinden auswirke, auch durch die Teilnehmer bestätigt werden. Die oben aufgeführten positiven Effekte auf das Sozialleben, des Schaffen einer sinnvollen Tagesbeschäftigung und das gesteigerte Selbstwertgefühl gingen eindeutig aus der Mehrzahl der Interviews hervor. Insgesamt berichteten die Befragten, dass sie seit der Teilnahme an der Workfare Maßnahme zufriedener, ausgeglichener und glücklicher seien. Des Weiteren wurden die Teilnehmer zu ihrer individuellen Definition von Wohlstand befragt. Benannt wurden vorrangig immaterielle Werte wie zum Beispiel ein sorgenfreies Leben, Familie und Gesundheit, und weniger der materielle Wohlstand an sich. Der Satz „Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt“ den einer der Befragten äußerte, fasst die Aussagen passend zusammen.

Schritt 3: Ableitung von Handlungskonzepten

Aufbauend auf den Ergebnissen ihrer Studie entwickelte die Forschungsgruppe zwei Konzepte, die zur Steigerung des subjektiven Wohlstands führen können, indem Arbeitslosigkeit verringert wird und Workfare Maßnahmen verbessert werden. Das erste dieser Konzepte sieht ein Beschäftigungsprogramm vor, dass den Arbeitssuchenden auf seinem Weg zurück in den ersten Arbeitsmarkt und somit hin zu einer normalen Beschäftigung unterstützend begleitet. Kern dieses Konzeptes ist es, die fachlichen, als auch die sozialen und eigenen Kompetenzen des Arbeitsuchenden im Rahmen der Workfare Maßnahme und mittels zusätzlichen Angeboten zu stärken und so sein subjektives Wohlbefinden zu steigern. So sieht das Konzept vor, dass auf quantitativer Basis, eine Erweiterung der Workfare Beschäftigungsmaßnahmen geschehen sollte. In Wuppertal stellt bislang das Jobcenter rund 1.400 solcher Maßnahmenplätze zur Verfügung doch könnte diese Möglichkeit der Unterstützung durch Workfare Teilnehmer auch auf weitere Bereiche erweitert werden. Mögliche Aufgabenfelder könnten dabei in der Unterstützung des Bausektors, der Seniorenhilfe und -pflege oder der Kinder- und Jugendbetreuung liegen. Neben der Erweiterung des Angebotes sieht das Konzept vor, die Maßnahmen inhaltlich durch die Zusammenarbeit mit Unternehmen, Bildungsinstitutionen aber auch mit Psychologen und Sozialpädagogen, soweit zu erweitern, dass die Teilnehmer der Maßnahmen die Möglichkeit geboten wird ihre Kompetenzen zu erweitern und zu verbessern. Fachlich gesehen könnte dies in der Möglichkeit geboten werden einen Schulabschluss nachzuholen, Deutschkurse und EDV-Kurse zu belegen oder beispielweise einen Stapelführerschein zu erlangen. Neben den fachlichen Kompetenzen soll die Entwicklung von Sozial- und Selbstkompetenz einen großen Stellenwert einnehmen. Durch eine individuelle Betreuung können für die Teilnehmer Fragen über die eigene Situation, Zielfindung, Orientierung und Vorstellung geklärt werden. Darauf aufbauend lässt sich ein individueller Plan entwickeln, der den Teilnehmer über den Zeitraum der Maßnahme und den Wiedereinstieg in das Arbeitsleben begleitet. Im Laufe des Programmes können die Einzelgespräche durch Gruppengespräche ersetzt werden. Ziel ist es, Sozial- und Selbstkompetenzen zu entwickeln. Dazu gehören Zielfindung, Persönlichkeitsentwicklung, Zeitmanagement, Motivation, Bewerbungshilfe, Umgang mit Konfliktsituationen oder Kommunikationskompetenz.

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Das zweite Konzept sieht eine Erweiterung der Prävention von Arbeitslosigkeit im Schulsystem vor. Dies soll durch einen dreiteiligen Ansatz geschehen. Zum einen könnten Schüler einen besseren Einblick ins spätere Berufsleben erhalten indem die Praxisnähe in der Schule erweitert wird. Pflichtpraktika, Ausbildungsbörsen und Orientierungstage, wie sie derzeit angeboten werden, dienen zwar diesem Zwecke, doch bleiben bislang immer noch Schüler nach ihrer Schullaufbahn perspektivlos. Durch die Ausweitung von Praktika oder Betriebsbesichtigungen etc. könnte somit ein noch breiteres Spektrum an möglichen Berufsaussichten betrachtet werden, was neben dem tieferen Einblick in das Berufsleben ebenso die Motivation der Schüler steigern könnte. Neben der Praxisnähe beinhaltet das Konzept eine Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung und die gezielte Vermittlung von sozialen und eigenen Kompetenzen. In Form eines eigens hierfür eingerichteten Unterrichtsfaches, könnte den Schülern neben den klassischen Sozialkompetenzen wie Konfliktfähigkeit und Kommunikation, der Raum zur Selbstreflektion über die eigenen Interessen, Fähigkeiten, Vorstellungen und Ziele geschaffen werden. Des Weiteren könnten Lerntechniken, Kreativtechniken und Zeitmanagementtechniken nahegebracht werden. Die dritte Seite dieses Konzeptes sieht vor, die individuelle Betreuung der Kinder und Jugendlichen innerhalb der Schule zu fördern. Möglich wäre dies indem die Anzahl der Lehrer vergrößert würde, um eine geringere Klassengröße gewährleisten zu können.

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