Können leerstehende Gebäude eine Chance sein?

Können leerstehende Gebäude eine Chance sein?

Ende August 2015 sperrte die Stadt Wuppertal vorübergehend einen Teil der Märkischen Straße. Zuvor war die Fassade eines leerstehenden Hauses eingestürzt. Es bestand die Gefahr, dass weitere Teile des Gebäudes auf die Straße fallen. Das Haus wurde von einem Bauunternehmen gesichert, der Hauseigentümer trägt die Kosten.
Nicht nur hübsch sanierte Gründerzeitbauten, auch leerstehende Gebäude prägen das Wuppertaler Stadtbild. Bröckelnde Fassaden, ungepflegte Gärten oder zerbrochene Fensterscheiben rücken einen Stadtteil oft in negatives Licht. Hemmnisse für die Behebung des Leerstandes sind meist hohe Sanierungskosten, denen eine geringe Nachfrage nach Wohnraum gegenübersteht.
Leerstehende Gebäude bergen aber auch ein unglaubliches Potential für die Stadt: Viele originelle Projekte zeigen, dass es nicht unbedingt einen umfassend sanierten Raum braucht, um eine Nutzung zu ermöglichen. So hat die Zwischennutzungsagentur Wuppertal vor einiger Zeit ungenutzte Ladenlokale an temporäre Nutzer*innen weitervermittelt. Die Räume dienten sowohl der künstlerisch-kreativen Nutzung als auch sozialen und gewerblichen Dienstleistungen – die Umgebung profitiert gleich mehrfach. Auch der Leipziger Verein HausHalten e. V. hat seit 2003 sowohl den Erhalt als auch Ausbau ehemals heruntergekommener Gebäude initiiert.
Im Rahmen des BMBF-Forschungsprojektes „Wohlstands-Transformation Wuppertal“ begleite und reflektiere ich die Initiierung eines ähnlichen Projektes in den Quartieren Wichlinghausen und Oberbarmen. Gemeinsam mit lokalen Initiativen, Eigentümer*innen und Mieter*innen wird das Projekt im Dialog entwickelt und optimiert. Spannend ist für mich, welchen Einfluss das Projekt auf die Entwicklung in den Quartieren hat.

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