Aufwärtsspirale in Oberbarmen-Wichlinghausen

Aufwärtsspirale in Oberbarmen-Wichlinghausen

Aufwärtsspirale in Oberbarmen-Wichlinghausen

Wer Wuppertal kennt und aufmerksam durch Oberbarmen-Wichlinghausen läuft wird feststellen, dass sich einiges getan hat. Spielplätze wurden errichtet, Verschönerungsmaßnahmen von Hausfassaden und Hinterhöfen durchgeführt und nicht zuletzt die Neugestaltung der Nordbahntrasse mit der angrenzenden Wicked Woods Halle sowie der Parcouring-Anlage.

Wuppertal-Nordbahntrasse-Bahnhof Wichlinghausen

Wuppertal-Nordbahntrasse-Bahnhof Wichlinghausen

Was zunächst nach einzelnen Investitionen der Stadt aussehen mag, ist Teil des Bund- und Länderprogramms „Soziale Stadt„, an dem Oberbarmen-Wichlinghausen seit 2012 teilnimmt. Dieses Projekt hat das Ziel „die Lebenssituation in benachteiligten Wohnquartieren mit einem integrierten Ansatz zu verbessern und hier die vielerorts beobachtete ‚Abwärtsspirale‘ einer sozialen, wirtschaftlichen, städtebaulichen, infrastrukturellen und umweltbezogenen Negativentwicklung zu durchbrechen.“

Die erste Förderphase des Programms endet dieses Jahr, eine passende Gelegenheit einen genaueren Blick auf das Projekt zu werfen. Wir, Andre Thiemermann, Wenke Hansen, Nadine Dißemond und Viktoria Baleja, haben es zur Zielsetzung unserer Arbeit des Masterseminars „Wohlstandswandel in Oberbarmen“ gemacht herausfinden, ob sich der Einfluss von Stadtentwicklung auf den alternativen Wohlstand- am Beispiel Oberbarmen-Wichlinghausen – messen lässt.

Unsere Arbeit lässt sich dabei in die drei großen Bereiche Stadtentwicklung, Soziale Stadt und Wohlstandmessung gliedern. Neben viel Literatur- und Recherchearbeit zu Stadtentwicklungstheorien, alternativen Wohlstandsmodellen, Einarbeitung in das integrierte Handlungskonzept des Projektes und Zuordnung der baulichen Maßnahmen zu den OECD-Indikatoren, haben wir auch bereits spannende Interviews führen können. Unter anderem sind wir bei der Stadt Wuppertal, dem VierZwoZwo und der Wuppertaler Quartierentwicklung auf sehr hilfsbereite und an unserer Arbeit interessierte Ansprechpartner getroffen.

In den zum Großteil persönlich durchgeführten Gesprächen haben wir die Hintergründe, Herausforderungen, Abläufe sowie Entwicklung der einzelnen geförderten Projekte erfahren. Zusammenarbeiten zwischen den verschiedenen Akteuren, die uns vorher nicht bekannt waren, kamen zur Sprache, wodurch sich für uns auch weitere Gesprächspartner ergaben. Aber auch nicht ganz ideal verlaufene Projekte, unberücksichtigte Themenfelder und daraus resultierende Pläne für die zweite Förderphase 2016-2020 waren Thema unserer Gespräche, die uns so viele neue Informationen brachten.

Zu diesen neuen Informationen zählte auch das erste Feedback der Menschen im Stadtteil, mit welchen die Akteuren in unterschiedlichem Ausmaß im Kontakt stehen. Um für unsere Wohlstandmessung weiteres Feedback und vor allem objektivierbare Ergebnisse zu erhalten, arbeiten wir mit der „App-Gruppe“ des Seminars zusammen. In ihrer Studie zur empfundenen Lebensqualität in Oberbarmen, wurden Fragen zur Wahrnehmung der baulichen Veränderung im Rahmen der „Sozialen Stadt“ in den Fragebogen aufgenommen. Darüber hinaus steht noch ein Interview mit der „Planungsgruppe Stadtbüro“ bevor, wodurch wir zusätzliche Evaluationsmethoden zu erhalten hoffen.

Als letzter Schritt steht uns die Auswertung der erhobenen Daten bevor. Abhängig hiervon könnten Handlungsempfehlungen zur Wohlstandsteigerung durch Stadtentwicklungsmaßnahmen formuliert oder zusätzliche Indikatoren, die zur besseren Messung des Wohlstands durch Stadtentwicklung nützlich sein könnten, ausgearbeitet werden.

Es bleibt also noch spannend, ob das millionenschwere Projekt tatsächlich zum alternativen Wohlstand Oberbarmen-Wichlinghausen beigetragen hat.

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