Zum Glück in Wuppertal

Zum Glück in Wuppertal

Zum Glück in Wuppertal

Wer von Oberbarmen spricht, denkt nicht automatisch an die Worte Glück, Wohlstand und Lebensqualität. Das möchten wir allerdings schleunigst ändern.
Wir sind die App-Gruppe des Masterseminars Wohlstandeswandel in Oberbarmen, bestehend aus Carlos Stickel, Julia Kurth und Johannes Pföhler. Ziel unseres Projektes ist die Vorbereitung und Durchführung einer Studie zur empfunden Lebensqualität, mit ausgewählten Zielgruppen in Oberbarmen, unterstützt durch den Happiness-Analyzer-App der Happiness Research Organisation (HRO) aus Düsseldorf.
ZumGlueckinWuppertal-Gruppe Das Projektteam: Johannes, Julia und Carlos

When I was 5 years old, my mother always told me that happiness was the key to life.
When I went to school, they asked me what I wanted to be when I grew up.
I wrote down „happy“. They told me I didn’t understand the assignment, and I told them they didn’t understand life.

Mit diesem Zitat von John Lennon möchten wir die kontroverse Frage aufwerfen, was glücklich sein eigentlich bedeutet. Allerdings lässt sich diese Frage nicht ohne weiteres beantworten.
Ein Erklärungsansatz, warum es uns so schwer fällt unser Glück zu beschreiben, könnte sein, dass die deutsche Sprache keine eindeutige Zuordnung des Begriffs Glück zulässt. Wir müssen eigentlich zwischen Glück haben (Luck) und dem Glücklich sein (happy) unterscheiden. Bei der zweiten Variante hat die Wissenschaft noch eine weitere Abstufung vorgenommen, nämlich das Emotionale Wohlbefinden (Pleasure) — momentanes, temporäres glücklich sein — und das Kognitive Wohlbefinden (Happiness) — Generelle Zufriedenheit mit dem Leben.
Wenn wir also in unserem Projekt von Glücksempfinden bzw. Wohlbefinden sprechen, meinen wir das kognitive Wohlbefinden eines Menschen. Dieses möchten wir in Oberbarmen messen um einen alternativen Wohlstandsindex, fernab einer rein materiellen Erfassung wie dem BIP/ pro Kopf, zu entwickeln.

Den alternativen Wohlstand haben bereits viele namhafte Institutionen erfasst, an denen wir uns im Laufe unseres Projektes orientieren möchten. Vorrangig natürlich an der Happiness Research Organisation (HRO) mit ihrer App-basierenden Erhebungsmethode und der OECD mit ihrem Better Life Index.
Die konsequenteste Umsetzung der Wohlstandsmehrung hat allerdings das asiatische Königreich Bhutan vorgenommen, das als erstes Land weltweit das Glück als Grundrecht in seine Verfassung aufgenommen hat und dementsprechend das gesamte staatliche Handeln dem Primat der Glücksmehrung unterordnet. Dementsprechend wird der volkswirtschaftliche Wohlstand nicht als Gross National Product, sondern als Gross National Happiness ausgegeben.

Da selbst der Deutsche Bundestag 2010 eine Enquete Kommission mit dem Namen „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität – Wege zu nachhaltigem Wirtschaften und gesellschaftlichem Fortschritt in der Sozialen Marktwirtschaft“ einsetzen ließ, um den gesellschaftlichen Wohlstand, das individuelle Wohlergehen und die nachhaltige Entwicklung untersuchen zu können, sehen wir uns in unserem Vorhaben bestärkt, diese alternative Wohlstandsmessung in Oberbarmen durchzuführen.

Wie möchten wir genau vorgehen?

happiness-Atlas
Bildquelle: Die Website zu einer vergleichbaren Städtestudie in Frankfurt: http://www.happy-frankfurt.com/de/

Wie bereits erwähnt, soll in Zusammenarbeit mit der Happiness Research Organisation (HRO) eine Studie aufbauend auf dem Wohlstandsindex der OECD durchgeführt werden. Über eine von der HRO entwickelte App, wird es dabei erstmals möglich Daten über das tägliche Leben und Erleben der Bürger in einer repräsentativen Stichprobe zu sammeln. Kombiniert wird die Untersuchung mit einem Fragebogen, der sich an die Dimensionen des OECD Better Life Index orientiert und durch Oberbarmenspezifische Fragen ergänzt wird. Dies wird jeweils die Zusammenarbeit mit den beiden anderen Seminargruppen erforden. Sinnvoll erscheint uns auch die bereits bestehenden Fragen um die Kategorie Spiritualität zu ergänzen, da es in Oberbarmen einen bunten Mix aus verschiedenen Ethnien und Kulturen gibt, die alle unterschiedliche Ansprüche an ihr religiöses Leben haben. Das Vorhanden oder Nicht-Vorhandensein dieser Möglichkeiten, kann unserer Meinung nach einen großen Einfluss auf das persönliche Wohlbefinden der Einwohner Oberbarmens haben. Geeignete Vorlage für diese Fragestellung scheint uns der Gross National Happiness Survey des Königreich Bhutans zu sein.

Mit diesen Werkzeugen möchten wir Daten sammeln, die uns dabei helfen zu verstehen, was die Probleme und Hürden im Alltag der Einwohner, für eine höhere Lebensqualität, sind. Diese Erkenntnisse können die Basis für eine Stadtplanung und Politik bilden, die sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Bürger orientiert und somit in Zukunft in die weitere Quartiersplanung und -Entwicklung einfließen.

Um das Ziel erfolgreich umsetzen zu können, müssen aus den verschiedenen Zielgruppen Studienteilnehmer gewonnen werden. Um einen möglichst großen und facettenreichen Stichprobenumfang zu erhalten, benötigen wir möglichst viele Multiplikatoren, welche in den verschiedenen Vereinen und Organisationen in Oberbarmen zu finden sind. Diese möchten wir gezielt ansprechen und für unser Vorhaben gewinnen. Davon erhoffen wir uns, dass diese Multiplikatoren in ihren Vereinen und Organisationen für uns werben und uns somit möglichst viele StudienteilnehmerInnen generieren.

Im nächsten Schritt wird schließlich die Studie durchgeführt. Ein kritischer Erfolgsfaktor wird sein, die Studienteilnehmer dahingehend zu überzeugen, dass sie tatsächlich eine Woche zuverlässig an der Studie teilnehmen. Neben einer gut vorbereiteten Präsentation wird es dazu Unterstützung durch ein Marketingvideo der HRO geben.

Zuletzt geht es schließlich um die Auswertung der erhobenen Daten. Diese kann dann auch den anderen Seminargruppen zur Verfügung gestellt werden, sodass auch sie die Daten in der Ausarbeitung ihrer Seminararbeit berücksichtigen können. Eventuell lassen sich auch schon Ideen für Stadtplanungsinterventionen aus den Ergebnissen ableiten.

Wir freuen uns auf ein spannendes und innovatives Seminar – zum Glück in Wuppertal.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.