Lernen duch Engagement: Abschlussveranstaltung Masterseminar 14/15

Lernen duch Engagement: Abschlussveranstaltung Masterseminar 14/15

Am 20. April 2015 fanden sich gut 50 Personen in Utopiastadt ein, um sich über Formate des „service learnings“, also des akademischen Lernens durch Engagement in gesellschaftsorientierten Bereichen zu informieren und auszutauschen. Veranstaltet wurde der Abend vom Institut für Transformationsforschung und Nachhaltigkeit (TransZent), zusammen mit dem Wuppertal Institut.
Maria Behrens (TransZent und Bergische Uni) moderierte den Abend und das Gespräch zwischen Uwe Schneidewind (Wuppertal Institut und TransZent) und Christian Hampe (Utopiastadt) bzgl. der Vor- und Nachteile von service learning und dem konkreten Seminarprojekt mit 23 Studierenden im Wintersemester 2014/15.

Uwe Schneidewind und Christian Hampe reflektierten die Chancen der konkreten, realitätsnahen Anwendung von Gelerntem für eine Transformation zur Nachhaltigkeit in Wuppertal. Zu häufig bleibe die akademische Bildung trocken, zu wenige Seminare führten die Studis „ins Tal“, meinte Uwe Schneidewind. Seine Vision: In Zukunft sollten Studierende an der Bergischen Uni als Einstiegssemester disziplinübergreifend mit gesellschaftlichen Herausforderungen aus der Realwelt in Berührung kommen und damit dem sich anschließenden Studium eine konkretere Richtung und Anbindung geben.

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Podium: v.l.: Maria Behrens, Christian Hampe, Uwe Schneidewind. Foto: Miriam Venn

Im Gespräch mit dem Publikum wurde festgehalten, dass der Begriff „service learning“ jedoch auch recht einseitig auf eine Art Service der Hochschulen für das gesellschaftliche Umfeld fokussiert. Studierende, die sich vor Ort im Rahmen von Veranstaltungen engagieren, bringen jedoch nicht nur eine nette Dienstleistung, sondern tauchen auch in einen gemeinsamen Lernprozess mit vielen Facetten des Austauschs und der Bereicherung ein. Diese Erfahrung konnte auch Christian Hampe berichten, der sich intensiv mit den Studierendengruppen während des Semesters austauschte und sich über die Ergebnisse der Gruppen und ihren Nutzen für Aktivitäten am Mirker Bahnhof freut.

Problematisiert wurde die Verstetigung vieler Studi-Projekte: Zu häufig seien diese nach einem Semester eben im Rahmen der Leistungsbewertung abgearbeitet und damit zu Ende. Ebenso wurde nach den Kritierien zur Bewertung solcher Projekte gefragt, die nicht nur den gesellschaftlichen Wert beschreibe, sondern auch akademischen Anforderungen genüge.

Im vorliegenden Seminar wurde versucht, dieser Herausforderung damit zu begegnen, dass Studierende gemeinsam mit ihren PraxispartnerInnen die Ziele und Produkte des Seminars festlegen und im offenen Format des Portfolios beschreiben und reflektieren durften.
Konkret (wie auch laufend auf diesem blog beschrieben) beschäftigten sich die Studierenden mit umfangreichen Fragestellungen zur Weiterentwicklung von Utopiastadt und dem Mirker Quartier. Die sechs verschiedenen Gruppen befassten sich mit a) einer Machbarkeitsstudie für ein Hostel im Mirker Bahnhof, b) der Nutzung von photovoltaischer Energie im Mirker Quartier, c) einer Umsetzungstudie für einen Wochenmarkt rund um Utopiastadt, d) offenen Sportangeboten entlang der Trasse, e) einer Festigung und Erweiterung der Werkstätten in Utopiastadt und f) der Erstellung eines umfassenden Organigramms der komplexen Unternehmung Utopiastadt.

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Studierende des Masterseminars: v.l.: Lucas Müller, Marcel Tkocz, Johannes Schmidt, Hannes Weber. Foto: Miriam Venn

Interessierte konnten sich nach dem Podiumsgespräch an den jeweiligen Stellwänden und Präsentationen der Studierenden über die Projekte und Ergebnisse informieren und austauschen.

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Präsentation der Wochenmarkt-Gruppe. Foto: Miriam Venn

Im Sommersemester beschäftigt sich eine neue Gruppe Studierender aus dem Studiengang „Sustainability Master“ mit Formen der Wohlstandsproduktion in Oberbarmen. Weitere Infos folgen auf diesem blog!

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