Das Masterseminar ist (fast) zu Ende – ein Zwischenstandsbericht

Das Masterseminar ist (fast) zu Ende – ein Zwischenstandsbericht

Das Masterseminar „Geschäftsmodelle für Nachhaltigkeitstransformationen“ nähert sich mit großen Schritten dem Ende. Auf unserem Blog konnten Sie den Arbeitsprozess, die Schwierigkeiten und Teilergebnisse der einzelnen studentischen Projektgruppen miterleben und ein Stück weit Teil der städtischen Transformation sein.

Am 12. und 13.01.2015 fand der Abschlussblock des Masterseminares statt, an dem die Projektgruppen ihre bisherigen Ergebnisse präsentierten. Somit ist zwar die Vorlesungszeit in diesem Sinne zu Ende, jedoch haben die Studierenden noch bis zum 01.04.2015 Zeit, weiter an ihren Projekten zu arbeiten und die endgültigen Ergebnisse in einem Portfolio festzuhalten.
Wir als Seminarleitung sind begeistert von allen Gruppen und deren Ergebnissen, da das gesamte Seminar und dessen Aufbau auch für uns als Wuppertal Institut ein Experiment dargestellt hat, und die Studierenden unsere Erwartungen übertroffen haben!
Wir freuen uns auf die weiteren Ergebnisse und die ausgearbeiteten Portfolios, und laden Sie als interessierte Lesende weiterhin dazu ein, auf dem Transformationsblog die Projekte weiter zu verfolgen!

Die Gruppen hatten die unterschiedlichsten Aufgaben mit jeweils individuellen Rahmenbedingungen und Voraussetzungen, im Folgenden werden wir grob die bisherigen Ergebnisse der Projekte vorstellen.

Regenerative Energieerzeugung und -direktvermarktung im Quartier

Die Energiegruppe hatte die Aufgabe, ein Modell für die regenerative Stromerzeugung direkt im Quartier zu entwerfen. Dies erforderte ein Einarbeiten in die unterschiedlichsten Bereiche, von den technischen Komponenten über die rechtlichen Fragen bis zu der Wahl der Rechtsform. In der Präsentation am Abschlussblock stellte uns die Gruppe nicht nur eine, sondern gleich vier Alternativen für die Installation von Photovoltaik-Anlagen vor. Diese wären die Dächer des Mirker Bahnhofs, der Industriehalle an der Trasse, eines Gebäudekomplexes im Quartier und der Realschule Neue Friedrichstraße. An dieser Stelle noch einmal der Hinweis, dass dies theoretische Überlegungen sind, die eine Energieerzeugung und die Machbarkeit allgemein, prüfen. Mit Hilfe einer Nutzwertanalyse, deren Kriterien mit den Praxispartnern abgeglichen wurden, wurden die vier Alternativen auf ihren Nutzen und die Machbarkeit untersucht. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für die weitere Bearbeitung durch die Akteure aus Utopiastadt oder dem Quartier.

Machbarkeitsstudie: „Hostel“ im Mirker Bahnhof

Um die Machbarkeit eines Hostels im Mirker Bahnhof zu überprüfen hat sich die studentische Gruppe der verschiedensten Analyseinstrumente bedient. Mit Hilfe der Umfeld- und Zielgruppenanalyse zur Identifizierung des Marktsegments und der Konkurrenz, der SWOT-Analyse und dem Pricing zur Finanzplanung sowie einer umfangreichen Marketingstrategie wurden die Vor- und Nachteile eines Hostels aufbereitet. Auch der Fahrradtourismus an der Trasse wurde beachtet.
In der Planung arbeiteten die Studierenden eng mit dem Architekturbüro DeZwarteHond zusammen, welches auch die Sanierungsarbeiten im Mirker Bahnhof betreut. Entstanden ist eine ausgereifte Machbarkeitsstudie, die die Faktoren zweier Alternativen, einer kostengünstigen sowie einer etwas -intensiveren, darstellt.

Offenes Sportangebot auf den Brachflächen an der Trasse

Die Sportgruppe startete damit, bestehende Ideen für eine sportliche Nutzung einer Industriehalle an der Trasse unter die Lupe zu nehmen. Aufgrund der Dimension des Projekts (und der kleinen Gruppengröße) gab die Gruppe dieses Vorhaben jedoch auf und entwickelte ein kleineres Konzept. Sehr überzeugend wurden verschiedene Studien zu den sportlichen Bedürfnissen der Wuppertaler ausgewertet und ein dezentrales Angebot von mehreren kleineren Sportmöglichkeiten an der Trasse entworfen. Der „smarte Energiemix“ umfasst Spielplätze für Jüngere, Beachvolleyball sowie Angebote für ältere Menschen. Der besondere Clou: Die Geräte sollen aus Upcycling-Produkten bestehen (siehe Bild). Für dieses Konzept wurde auch die Organisation mittels einer Interessengemeinschaft (IG) erarbeitet, um den langfristigen Bestand der Angebote zu sichern.

http://bit.ly/14c1ttZ(http://bit.ly/14c1ttZ)

Offene Werkstätten im Mirker Bahnhof

Die Startbedingungen waren für die Werkstattgruppe anders als die der restlichen Gruppen. Es gab bereits einen breiten Fundus an Daten und Infos aus den Utopia-Werkstätten, die jedoch größtenteils unstrukturiert war. So bestand der erste Schritt in der Sichtung dieses Materials und der grundsätzlichen Frage nach dem Arbeitsziel für das Projekt. Nachdem sich im Laufe des Prozesses die Gruppe ebenfalls auf zwei Personen verkleinerte, entschieden sich die Studierenden nach der Festlegung auf die Erstellung von Teilen eines Businessplans und auf die Erarbeitung einer konkreten Entscheidungshilfe. Bestimmte Teile des Businessplans bleiben auch bei sich verändernden Rahmenbedingungen gleich und liefern somit einen Anker, an dem sich die Praxispartner zukünftig orientieren können. Inspirationen holte sich die Gruppe bei dem Best-Practice-Beispiel „Dingfabrik“, einem FabLab in Köln. Die Unterschiede von FabLab, Hackerspace und offener Werkstatt hat die Gruppe in einem ihrer Blogbeiträge erklärt.

Bastelnachmittag in der Dingfabrik(Bastelnachmittag in der Dingfabrik; dingfabrik.de/wp-content/uploads/2011/02/IMG_6968.jpg)

Wochenmarkt im Quartier

Wenn es nach der Wochenmarktgruppe ginge, dann fände am 17.04.2015 der erste Wochenmarkt am Mirker Bahnhof statt, und zwar als Feierabendmarkt, alle zwei Wochen im Wechsel mit dem Ölbergmarkt. Um zu diesem Ergebnis zu kommen, musste das grundsätzliche Interesse an einem Wochenmarkt und den angebotenen Produkten ausgelotet werden, die Studierenden besuchten unter anderem den Wochenmarkt am Ölberg, sprachen mit Beschickern und erstellten einen Fragebogen für Anbieter und Kunden. Über 360 Personen füllten den Fragebogen aus und lieferten eine gute Grundlage für die Entwicklung des Angebotes. Die verworrenen rechtlichen Grundlage mussten geklärt, die Organisation des Verkaufs erarbeitet und die Anordnung der Stände auf dem begrenzten Gebiet am Mirker Bahnhof entworfen werden.
Ob am 17.04. nun tatsächlich in gemütlicher Feierabendstimmung der Markt eröffnet werden kann, hängt nun vor allem davon ab ob sich in den nächsten Wochen ein Organisationsteam bildet, dem die Gruppe ihre Vorarbeiten übergeben kann.

Ölbergmarkt, Bild: Njuuz(Ölbergmarkt; njuuz.de/wp-content/uploads/2011/01/139_3952-300×225.jpg)

Organigramm von Utopiastadt

Um die unglaublich komplexen Prozesse und Workflows der Projekte unter dem Dach von Utopiastadt zu erkennen und in einem klaren Organigramm abzubilden, verbrachten die Studierenden dieser Gruppe seit Ende Oktober jede Woche mindestens einen Tag im Mirker Bahnhof, um Interviews zu führen, Schnittstellen zu identifizieren und vor allem die Erkenntnisse technisch zu visualisieren. Der letzte Punkt stellte eine große Herausforderung dar, da die Studierenden weder aus der Informatik noch aus dem Design kommen. Dennoch erstellte die Gruppe, nach der Prüfung mehrerer Alternativen, mittels yEd und der Verknüpfung der Daten und deren Beziehungen untereinander in einem semantischen Wiki, ein ausdifferenziertes Organigramm von Utopiastadt, welches nun zum einen zur Erklärung des Gesamtprojektes dient, Ansprechpartner schnell identifiziert und gefunden werden sowie auch in die Antragstellung für Förderprogramme einfließt.

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