Die Interessengemeinschaft (IG) – ein geeignetes Betreibermodell für das Sportangebot an der Trasse?

Die Interessengemeinschaft (IG) – ein geeignetes Betreibermodell für das Sportangebot an der Trasse?

Zunächst einmal ist zu sagen, dass es bei der Suche nach einer geeigneten Rechtsform für einen „Sportpark“, der ein offenes Sportangebot für Jedermann bieten soll, viele Möglichkeiten gibt. Das deutsche Recht beinhaltet eine breit aufgestellte Auswahl an Unternehmens- und Vereinsformen, die für die Umsetzung solcher Projekte geeignet sind. Jede einzelne Rechtsform bietet Vor- und Nachteile. Ein „richtig“ oder „falsch“ gibt es somit nicht. Diese Tatsache macht es allerdings nicht gerade einfacher, sich für eine Variante zu entscheiden.

Die Theorie: Der Leitgedanke bildet die Grundlage für die Arbeit der Interessensgemeinschaft

Besonders wichtig für die Umsetzung unseres Sportprojekts ist, dass wir eine Rechtsform wählen, die eine relativ unkomplizierte und freie Gestaltung der Organisation zulässt. Gleichzeitig soll eine große Anzahl verschiedener Akteure innerhalb der Organisation zugelassen werden. Dabei ist zu beachten, dass der Leitgedanke des offenen Sportangebots nicht in der Erzielung von Gewinnen, sondern in der Animierung zur Bewegung und Begegnung liegt. Dieser Leitgedanke bildet das gemeinsame Interesse aller Akteure und somit die Grundlage für die Bildung einer Interessengemeinschaft (kurz IG).

Die Mitglieder der IG schließen sich dabei vertraglich zur Verfolgung des gemeinschaftlichen Interesses zusammen und einigen sich auf eine Satzung, die den Leitgedanken schriftlich darlegt. Die geschlossenen Verträge können frei gestaltet werden. So ist es z.B. möglich, dass Patenschaften für bestimmte Bereiche oder finanzielle Unterstützung für Zwecke, die dem Leitgedanken dienen, vereinbart werden können. Die IG besitzt keine eigene gesetzliche Grundlage. Sie agiert formell meist als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR oder BGB-Gesellschaft), deren Vorschriften sich in den §§ 705-740 des Bürgerlichen Gesetzbuchs BGB wiederfinden.

Aufgrund dieser Eigenschaften scheint eine IG die optimale Rechtsform für das offene Sportangebot an der Nordbahntrasse, zumindest für die Anfangsphase, zu sein.

Die Praxis: Mitreden, Mitmachen, Mitgestalten

Angesprochen, bei der IG mitzuwirken, sind alle Akteure im Mirker Quartier und darüber hinaus. Das sind z.B. Kitas, Schulen, Religionsgemeinden, Unternehmen, Einzelpersonen und natürlich auch Sportvereine, denen das offene Sportangebot Raum bietet, um Aktivitäten nach draußen zu verlagern. Durch eine flexible Organisation und eine vielseitige Akteursstruktur können die Sportangebote immer wieder weiterentwickelt, verbessert oder ganz neu gestaltet werden. Wir hoffen damit ein neuartiges Sportangebot an der Trasse schaffen zu können, das die bestehenden Angebote ergänzt und zum Mitmachen einlädt! Aber wie aktiviert man die Akteure und wie kann man möglichst viele gewinnen? Damit beschäftigen wir uns in einen der nächsten Beiträge.

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