e.V., GmbH oder doch was ganz anderes?

e.V., GmbH oder doch was ganz anderes?

e.V. oder gGmbH – welche Rechtsform ist eher für die Utopiawerkstadt geeignet?

Welche Rechtsform ist für die Gründung der UtopiaWerkstadt sinnvoll? Diese Frage steht im Raum – Grund genug für uns die Rechtsformen, die sich am ehesten anbieten, unter die Lupe zu nehmen:

Die Gründung:

Bei der Gründung gibt es erhebliche Unterschiede zwischen einem eingetragenen Verein und einer GmbH. Zunächst einmal die Gründungskosten. Während die Gründung eines Vereins bis auf Notarkosten und einige Gebühren quasi kein Kapital erfordert, muss für die Gründung einer GmbH mit Gebühren von bis zu 1000€ gerechnet werden. Zusätzlich ist ein Eigenkapital von 25.000 € nachzuwiesen. Auch bei den Gründern bzw. Gesellschaftern gibt es Unterschiede. Für eine Vereinsgründung sind sieben Personen (Mitglieder)erforderlich. Weitere Personen können auch nach der Gründung Mitglieder werden und erhalten damit ein Stimmrecht um an Mehrheitsentscheidungen teilzunehmen.. Eine GmbH wird von den Gesellschaftern gegründet, die ihr Geld in die GmbH einbringen. Diese können juristische -oder private Personen sein. Abhängig von der Höhe der Einlage wird auch das Stimmrecht verteilt. Es ist zudem komplizierter nachträglich Personen in die GmbH einzubringen.

Verwaltung:

Die Rechtsformen unterscheiden sich vor allem im Verwaltungsaufwand. Während bei einem Verein in der Regel keine doppelte Buchhaltung nötig ist, so ist diese bei einer GmbH Pflicht. Sollte der Verein als gemeinnützig anerkannt werden, so ist zumindest die gesonderte Aufteilung der Einnahmen Pflicht, da nur bestimmte Einnahmen eines Vereins steuerbefreit sind. In beiden Rechtsformen gilt: Sobald die Gemeinnützigkeit festgestellt wurde, sind keine Gewinnabsichten mehr erlaubt. Jegliche Überschüsse müssen gemeinnützigen Zwecken zugeführt werden.

Haftung:

Eine interessante Frage verbleibt noch: Wie sieht es mit der Haftung aus? Wer haftet und mit welchem Vermögen? Im Falle eines Vereins ist die Sache simpel: In der Regel kann kein Vereinsmitglied kann für Vereinsbelange haftbar gemacht werden (Ausnahmen bestehen z.B. im Falle von Steuerhinterziehung o.Ä.). Der Verein haftet mit seinem gesamten Vermögen (also auch Wertbesitz wie Immobilien, Maschinen, etc.).
Ähnlich sieht es bei einer gGmbH aus. Kein Gesellschafter kann verpflichtet werden mit seinem Privatbesitz für Belange der GmbH zu haften. Im Unterschied zum e.V. haftet eine GmbH allerdings nicht mit ihrem gesamten Vermögen, sondern lediglich mit ihrem Stammkapital (mindestens 25.000€ s.o.).

Gemeinnützigkeit:

Einen letzten Blick wollen wir noch auf die Gemeinnützigkeit lenken. Sowohl ein eingetragener Verein als auch eine GmbH können als gemeinnützig eingestuft werden. Beide sind somit sowohl von der Körperschafts- als auch von der Gewerbesteuer befreit. Außerdem können Spendenbescheinigungen ausgegeben werden. Etwaige Gewinne müssen in diesem Fall natürlich der Gemeinnützigkeit dienen und dürfen nicht an Gesellschafter oder Mitglieder ausgeschüttet werden. Gerade nach einigen aktuellen Urteilen, die wirtschaftliche Betätigungen eines eingetragenen Vereins untersagen, ist die gemeinnützige GmbH für viele Organisationen als Rechtsformsehr interessant geworden.

Es wird deutlich, dass beide Rechtsformen Vor- und Nachteile haben und wir können gespannt sein, für welche Rechtsform sich die UtopiaWerkstadt entscheidet.

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